Etwas länger als ein Jahr färbe ich nun Wolle (wenn man mal von den allerersten Kool-Aid-Experimenten im Herbst 2014 absieht). Den ersten Strang habe ich noch mit Ostereierfarben gefärbt, aber das war auch nicht so das, was ich wollte. Also mussten Säurefarben erstanden werden, und ich begann mit einer relativ einfachen Färbetechnik.
Der Strang wurde auf mikrowellentauglicher Frischhaltefolie ausgebreitet, Farbe in leeren Marmeladengläsern angerührt und auf den Strang gegossen. Ich hab damals mit Farben von Luvotex gefärbt. Das bedeutete: Sechs Farbpulvertöpfe, eine Mischtabelle und jede Menge Experimentierfreudigkeit. Das bedeutete aber auch immer wieder Farben, die eigentlich nicht so waren, wie ich sie mir vorgestellt hatte. Manchmal sah das trotzdem toll aus, aber oft hat es mich einfach nur geärgert.
Ich habe in diesem Jahr angefangen, auf andere Farbtöpfe umzusteigen, zB Dharma. Viele der Farben dort sind wunderschön zart, allerdings sehen sie beim Auftragen auf den Strang manchmal ganz anders aus als nach dem Fixieren, das ist irritierend. Während des Färbens denkt man sich also: "Menno, ich hab mir das ganz anders vorgestellt." Und nach dem Fixieren hole ich das Päckchen aus der Mikrowelle und denke: "Hm, ist ja doch sehr ähnlich zu dem, was ich ursprünglich wollte.
Meine Technik habe ich dann auch wieder geändert. Von meiner Mutter bekam ich etliche große Joghurt-Töpfe, in denen ich die Farbe anrührte, und in die ich dann die Wollstränge tunkte. Bei großflächigeren Färbungen wird die Farbe regelmäßiger, und die Wolle schwimmt nicht in der Folie in der Farbflüssigkeit, so dass die Übergänge sauberer sind und nur noch gewollt ineinander übergehen.
Damit kann man zB solche Ergebnisse erzielen:
Ein wunderschöner Strang ist aber auch herausgekommen, als ich die Wolle einfach nacheinander und übereinander immer wieder in verschiedene Farben tauchte:
Bis dahin habe ich alle Stränge in der Mikrowelle fixiert. Das klappt eigentlich ganz gut, bis auf Neonfarben, die trotz sorgfältigstem Fixieren immer noch ausbluten. Außerdem kam es immer wieder vor, dass Wolle beim Fixieren an einigen Stellen verbrannte. Mit dem Kauf einer neuen Mikrowelle wurde das zwar seltener, aber oftmals grad bei den schönsten Strängen kam es zu Kokelflecken. Mir macht das nichts aus, ich verstrick das dennoch, aber in den Verkauf können solche Stränge natürlich nicht gehen.
Deswegen habe ich mich in den letzten Wochen über das Färben im Topf informiert und auch gleich mal damit angefangen.
Mit einer transportablen Kochplatte ist man mobil und kann bei schönem Wetter sogar auf der Terrasse färben, wenngleich die Nachbarn das vom Geruch her nicht so toll finden. Der Sohn wurde von den Nachbarn gefragt, was Mama heute gekocht hätte, ob das schrecklich geschmeckt hätte. Der Sohn: "Ich ess doch keine Wolle."
In den Topf geschaut, sieht es so aus:
Hier kann man auch ganz wunderbar eine andere neue Technik erkennen, nämlich die Chamäleon-Technik, die ich gleich noch beschreiben werde. Außerdem kann man hier sehen, wie die Wolle die Farbpigmente aufsaugt. Das Färbewasser (mit reichlich Essig versehen) war am Anfang der Färbung nämlich intensiv orange bzw. grün gefärbt (so dass man den Strang nicht sehen konnte) und ist auf den Bildern schon fast klar.
Für die Chamäleontechnik gebe ich den Strang zum Zopf gewickelt in verschiedene Färbebäder, löse zwischen den Bädern den Zopf und wickle ihn an anderen Stellen wieder neu, so dass die Wolle in verschiedenen Schichten gefärbt wird, die sich überlagern und wieder neue Farben bilden.
Fertig sieht das zB so aus:
Man kann also sagen, der Buntfaden befindet sich grad in der Töpfchen-Phase!









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